Lebenslange Passion für den Fußball
Vielen Betreuenden und Trainer*innen über die Jahre hinweg den Dana Cup besucht haben, ist Mamuka Kvaratskhelia zweifellos kein Unbekannter. Kennengelernt haben sie ihn in den letzten 31 Jahre entweder als Tourmanager viele georgischer Teams, als Journalist oder einfach als den energischen und entschlossenen Mann, der durch das Dana Cup Center trabt.
Mamuka ist 59 Jahre alt und in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, geboren und aufgewachsen.
„Schon als kleiner Junge hat mich das Fußballfieber gepackt. Als Junge habe ich gespielt und wollte im Fernsehen Fußballspiele gucken. Damals wurden aber als Teil der kommunistischen Sowjetunion nur die großen internationalen Spiele nur im georgischen Fernsehen übertragen, wenn sich beispielsweise Spartak Moskau oder Dynamo Moskau für die Turniere qualifiziert hatten. Internationale Fernsehsignale konnten wir nicht empfangen, aber ein Professor der Universität von Georgien in Tiflis konstruierte eigens eine Antenne, die auf einem Berg außerhalb der Stadt aufgebaut wurde. Somit konnten wir ein türkisches Fernsehsignal empfangen und ich konnte mein späteres Idol Preben Elkjær, Michael Laudrup, Søren Lerby und all die anderen dänischen Stars sehen", sagt Mamuka, der später sogar zu Ehren von Preben Elkjær den zweiten Vornamen Preben annahm.
Das kommunistische Regime, das das Land jahrzehntelang in eisernem Griff hielt, war nicht seine Sache, und Marmuka war froh als nach dem Mauerfall 1989 die westliche Welt offen stand.
Über dänische Kontakte erfuhr er von einem großes Fußballturnier namens Dana Cup in Hjørring. Mamuka nahm Kontakt zum damaligen CEO John Robert Larsen, der heutigen CEO Jette Andersen und Marketingchef Alison Leigh Forman.
„Ich erzählte ihnen von meiner georgischen Mannschaft, die gerne am Dana Cup teilnehmen wollte, aber dass wir halt kein Geld hatten. Der Dana Cup hat uns damals ein tolles Angebot gemacht und so waren wir willkommen. Die einzige Herausforderung war, dass wir obwohl wir seit 1989 nicht mehr Teil der Sowjetunion waren, noch immer nach Moskau fahren mussten, um ein Visum zu bekommen. Damals hatte Dänemark noch keine Botschaft in Georgien. Das war ein langwieriger Prozess, aber wir haben es geschafft. Wir sind dann nach Kopenhagen geflogen on von dort mit der Bahn weitergereist. Ich war so aufgeregt, dass ich praktisch die ganze Fahrt über nicht geschlafen habe", erinnert er sich.
„Im gleichen Jahr betritt Dänemark ein auswärtiges Qualifikationsspiel gegen Armenien. Als Journalist hatte ich eine Presseakkreditierung und fragte den damaligen Pressesprecher des dänischen Fußballverbandes, DBU, ob es möglich sei mein großes Idol Preben Elkjær zu treffen, der das Spiel mitkommentieren würde. Das war möglich. Als Elkjær erfuhr, dass ich aus Georgien stammte, fragte er mich, ob ich ihm bei der Aussprache der armenischen Namen behilflich sein könne.“
„Mein Traum ging in Erfüllung und daraus hat sich seitdem eine herzliche Freundschaft entwickelt. Ich war mehrmals bei Preben zuhause zu Besuch. Meine Begeisterung für Preben Elkjær geht soweit, dass ich Preben offiziell zu meinem zweiten Vornamen gemacht habe", sagt Mamuka, der nach dem Berliner Mauerfall den georgischen Fußballverband mitgegründet hat.
Er kandidierte 2008 sogar für den Posten als Präsident des georgischen Fußballverbands. Seine Kandidatur wurde aber von den höchsten politischen Kreisen nicht gerne gesehen.
„Der damalige georgische Präsident des Fußballverbandes schickte vier „Bodyguards“ los. Ich wurde verprügelt und lag mehrere Tage im Krankenhaus. Wer gutes tut, dem wird gutes passieren. Wer schlechtes tut, dem wird schlechtes passieren, und heute sitzt der damalige georgische Präsident im Gefängnis", sagt Mamuka, der Fußball zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat.
Derzeit ist er für die UEFA tätig. Viele Jahre war er als Pressereferent für die Organisation und Durchführung von Pressekonferenzen bei großen Spielen, einschließlich der Champions League, zuständig. Nun wurde er zum UEFA-Delegierten ernannt und ist für die gesamte der Spielorganisation verantwortlich. Seine erste Amtshandlung erwartet ihn schon im August. Er ist ebenfalls für die NGO Open Fund Football aktiv, die sich für Kindern in 90 georgischen Dörfern einsetzt.
„Beim Qualifikationsspiel Dänemarks gegen Georgien 2018 hatte ich die gesamte dänische Presse in Tiflis zu mir nach Hause eingeladen. Im Gegenzug lud Carsten Werge, der damals für den Fernsehsender TV3 tätig war, im Gegenzug meine Eltern nach Kopenhagen ein. Alles inklusive. Das war großartig“, sagt Mamuka lächelnd.

Dana Cup Hjørring 2025
Foto: Hans Ravn

Dana Cup Hjørring 2025
Foto: Hans Ravn















